Es klang wie eine Mission – finde die blaue Kirche – telefoniere anschließend für 9cent nach Deutschland und erzähle deinen Freunden und der Familie von den Erlebnissen, es wäre gut, wenn auch der Himmel dann noch blau wäre.

Es klingt nach einem ziemlich „blauen“ Auftrag und das Interesse und die Neugierde war geweckt. Nur eine Stunde Fahrzeit von Wien entfernt liegt Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei und ein Beispiel für die Mischung aus ehemaligen Kommunismus und neuem Kapitalismus. 420.000 Einwohner, ein sehr bekannter Fluss, die Donau oder wie man in der Slowakei sagt „Danube“ und eine blaue Kirche.

Nach dem Aufenthalt im Falkensteiner Stegersbach im Burgenland sollte die Mission „Blaue Kirche – Blau9cent“ starten. Beim Grenzübergang wurde dann zunächst einmal die Eintrittsgebühr oder auch Maut für 10 Tage vereinnahmt (10,00 EUR) und die restlichen 15 Minuten Fahrzeit hat man die Landschaft genossen.

Das Hotel welches ich für den Aufenthalt und die Suche gewählt habe, war das relativ neue „Sheraton Bratislava“ (hier), direkt an einem modernen Einkaufszentrum gelegen und der erste Anlaufpunkt für meine blaue Kirche. Ob man von Bratislava aus für 9cent nach Deutschland telefonieren kann, wollte ich erst gar nicht fragen… (gerade auch, da mich mein Provider daran erinnerte, dass man günstig für 29cent/Minute telefonieren könnte – das wären 20cent mehr, als ich ausgeben durfte!)

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Das Personal vom Front-Desk des Hotels gab mir den ersten Hinweis, die beste Aussicht für die erste Suche, wäre die Burg – von dort könnte man direkt die ganze Stadt überblicken und sich einen guten Eindruck von Bratislava verschaffen. Das war ein Anfang (dachte ich), aber mir hat wohl keiner vorab gesagt, über wie viele Stufen die Burg bestiegen werden muss. Gab es keinen anderen Weg?

Eine Schulklasse kam mir die Treppen entgegen, der erste Gedanke war, die hatten es schon hinter sich – und ob ich daran bei einem Schulausflug Spass gehabt hätte, eher unwahrscheinlich, aber die Mission war klar, also weiter – nicht überlegen, es sind nur noch gefühlte 300 Stufen…

Es stimmte, die Aussicht wurde immer besser und interessanter, die große Brücke, die man schon bei der Ankunft in die Stadt genutzt hat, wirkte bereits wie ein kleiner Modellbau und erinnerte stark, wie auch viele Einheimische sagen, an die früheren Prachtzeiten des Kapitalismus.

Zugegeben, der Himmel war blau und es wurde immer schöner, die Burg vor Augen, jeder Kurve wurde genutzt um eventuell schon die „Blaue Kirche“ zu finden und den Aufstieg abzubrechen – zumindest wäre dann der erste Teil erfüllt „Finde die blaue Kirche“… es nützte nichts, die letzten Stufen wollten genommen werden.

Pause – zumindest eine kleine Erholung sollte erlaubt sein, doch die Sicht über Bratislava von der Burg entschädigte für vieles. Eine wunderschöne, malerische und gemütliche Stadt, die Donau lag rechts von mir, daneben noch die Windräder die ich von der Anfahrt aus Österreich gesehen hatte und auch die Grenze nicht weit entfernt.

Ein Blick über die Stadt und mehrere Spitzen der Kirchen waren zu erkennen, das sollte einfach werden, einfach nur noch von links nach rechts gucken und den Weg dann überlegen… das sollte zu schaffen sein. Nach der Hälfte der Betrachtung kamen die ersten Zweifel auf, was ist wenn ich die Kirche nicht finde, aber es gab ja noch 5 weitere Spitzen und ganz am rechten Bildrand könnte die Lösung sein.